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SIEMENS Gateway Gardens, Frankfurt/Main

Konzept und Elemente

Das Gebäude ist mehr als eine reine Hülle für Prozesse, Strukturen und Nutzungen. Seine Form folgt nicht allein der primären Funktion. Nicht „Form follows function“, sondern „Architecture follows culture“ wird zur Maxime der Siemens Corporate Architecture. Der Neubau ist direkter Ausdruck dieser Unternehmenskultur. Als Sinnbild dafür haben wir daher in unserem Entwurfskonzept den zentralen gemeinsamer Raum gewählt. Im Mittelpunkt steht dieses erlebbare, begehbare Herz, dass alle Geschosse über eine Treppenskulptur verbindet und um das die ganze Siemens Arbeits- und Kommunikationswelt aufgebaut wird.

Um den zentralen Bereich herum werden in zwei weiteren Schichten die Sonderräume angeordnet – die als vielfältige Arbeitstools jegliche Arbeit alleine oder im Team unterstützen. Darüber hinaus werden entlang der Fassade die Arbeitsplätze angeordnet, die auch konzentriertes Arbeiten ermöglicht.

Der zentrale Erlebnisraum wird über Loggien an der Südwestfassade an den Park entlang des Wassers angebunden. Hierüber entsteht eine intensive worklife Erfahrung, die zwischen den konzentrierten Arbeitsschritten während des Tages zu einer echten Erholung führt.

Für Passanten entsteht dadurch städtebaulich eine spannungsreiche Inszenierung der einzelnen Gebäudeseiten. Durch die Aufnahme der Straßenfluchten entsteht aber auch eine starke städtebauliche Kante, die dem heterogenen Umfeld neuen Halt verleiht.

Lageplan
Städtebau

Die Konzeptform nimmt die Vorgaben der Gestaltungssatzung der Gateway Gardens auf. Der volumetrische Körper wird 6-geschossig entwickelt und entlang des Platzes in seiner Länge versetzt. Der Baukörper wird somit als Ensemble wahrgenommen, dass mit dem Rücksprung die Ecke des Platzes formuliert.   

Der Haupteingang ist auf den Platz ausgerichtet und wird durch einen zweigeschossigen Rücksprung betont.

Um eine langfristige Vermietung sicherzustellen, haben wir weitere Eingänge an der Südseite entwickelt, die jeweils an den Gebäudeecken verortet sind und somit auch den Baukörper spannungsreich inszenieren und weitere eigene Adressen bilden. An der Südseite ist auch die TG Ab-/Auffahrt vorgesehen.

Lobby und Erlebnisraum

Über die Vorfahrt gelangt man in die Lobby und den 6-geschossigen zentralen Erlebnisraum. Hier zeigt Siemens gegenüber den Besuchern und den Mitarbeitern seine erlebbare Identität. Die Empfangszone bietet Gästen eine Orientierung. Begegnungszonen bieten an der Schnittstelle zwischen dem Innen- und Außenraum die Möglichkeit, Partner, Kunden und Mitarbeiter zusammenzubringen. Aus Gründen der Vertraulichkeit und Sicherheit haben aber nur Mitarbeiter die Möglichkeit, in die oberen Arbeitsetagen zu gelangen.

Eine zentrale Erlebnistreppe inszeniert die vertikale Erschließung und zeigt, dass Bewegung und Kommunikation durch Siemens gefördert wird.

Um den zentralen Erlebnisraum sind einzelnen Sondernutzungen angebracht:

Das Kommunikationszentrum bietet buchbare Besprechungsräume für verschiedenste Nutzungen. Mit Hilfe von mobilen Trennwänden können diese Räume zu großen, multifunktionalen Veranstaltungs- und Besprechungsraum geöffnet werden. Sie bieten Platz für Veranstaltungen, Ausstellungen, Events. 

Das Siemens Café bietet allen Mitarbeitern die Möglichkeit zum informellen Austausch und zur Entspannung. Die Espressobar hat Sitzplätze sowohl im Innenraum, aber auch innerhalb des Erlebnisraumes. Mitarbeiter und Kunden können hier die Zeit bis zu ihrem Termin überbrücken, potenzielle neue Mitarbeiter auf ihr Vorstellungsgespräch warten. Darüber hinaus bietet das Bistro den Siemens Mitarbeitern die Möglichkeit, das Raumangebot für die Mittagspause zum informellen Dialog zu nutzen. Das Café dient des Weiteren zum gelegentlichen Catering des Kommunikationszentrums.

Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Regelgeschoss

Im EG und 1.OG sind die Bereiche für Professional Education untergebracht, die sicherheitstechnisch autark von den Büroflächen betrieben werden können. Die Gäste/Mitarbeiter gelangen über die Freitreppe in das Obergeschoss.

Im angrenzenden Bereich ist auch das Mitarbeiter-Restaurant untergebracht, dass über den Erlebnisraum erschlossen wird. Der Ess- und Aufenthaltsbereich wird um den begrünten Innenhof angeordnet. Dadurch entstehen verschiedene Erlebniszonen, die von den Mitarbeitern gewählt werden können.

Der eigentliche Erschließungskern ist an den über alle Geschosse reichenden offenen Treppenraum angeordnet. Dieser Zentralkern beinhaltet die beiden Personen-Aufzüge und den Feuerwehraufzug, der auch als Personenaufzug genutzt werden kann. Ziel ist es, die Mitarbeiter dazu zu motivieren, dass sie möglichst nicht den Aufzug sondern die Treppen benutzen.

Interne Wegebeziehungen

Das Besondere des neuen Office Gebäudes sind seine internen Wegebeziehungen, die vielschichtig sind. Kommunikativ und offen laden diese die Mitarbeiter ein auf dem Weg zum Arbeitsplatz sich mit den Kollegen auszutauschen und Wissen zu teilen.

Als interne Boulevards werden sie flankiert von unterschiedlichen Co-Working Einrichtungen. Lounge Cafés, Focus Räume, Project-Räume und viele einladende ‚ich‘ und ‚wir‘ bezogene Sonderbereiche zur ‚Collaboration‘ und zur Regeneration sind vorgesehen.

Corporate Office

Das Corporate Office wird zum Kristallisationspunkt der Unternehmenskultur. Es erfüllt gleichermaßen die Kriterien der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit wie der Wertevermittlung. Die Bürostruktur transportiert die Unternehmenswerte des zukünftigen Mieters und bildet Identität und Identifikation räumlich erlebbar ab.

Die Büroform schafft einen Arbeitsplatz, der Offenheit und Flexibilität zum Dialog aber auch genügend Rückzugsmöglichkeit für konzentrierte Arbeit in Ruhe bietet. Die Meetingräume sind mit moderner Technologie ausgestattet. Rückzugsmöglichkeiten für konzentrierte Einzel- oder Gruppenarbeit sowie Orte der Begegnung wie Sitzecken, Teeküchen- und Kopierzonen prägen das Bild. Individuelle und gemeinsame sowie offene und geschlossene Arbeitsbereiche sind gleichermaßen von Bedeutung, wenn es darum geht, Wissen auch informell auszutauschen.

Isometrie mit Möblierung

Die Bürostruktur bildet direkt die Kommunikations-Prozesse der Firmenbereiche ab. Auf trennende Wände wird dabei möglichst verzichtet. Dies schafft räumliche Transparenz und Offenheit für Kommunikation und Zusammenarbeit. Alle Hierarchieebenen nutzen die freie Bürolandschaft. Zellenbüros werden nach funktionalen Anforderungen für einzelne Abteilungen oder Bereiche angeboten.

Das Büro ist ein Möglichkeitsraum, der sich an den Bedürfnissen der Mitarbeiter orientiert – sowohl als Individuen als auch in der Gemeinschaft. Die Mitarbeiter erfahren Wertschätzung und Respekt, Erleben ein förderndes emotionales Umfeld. Begegnungsqualität und Kreativität werden positiv beeinflusst.

Kommunikation und Innovation

Kommunikation und Innovation sind für den Erfolg der Unternehmen wesentlich. Nutzungsänderungen und Innovationsschübe stellen sehr hohe Anforderungen an die Flexibilität des Gebäudes. Mit deren Hilfe sind verschiedenste Raum- und Nutzungsbedürfnisse zu erfüllen.

Darüber hinaus werden die Bereiche ein hohes Maß an interner Kommunikation aufweisen, in offeneren Bürolandschaften, die auch über eine Vielzahl an Orten für informelle Kommunikation verfügen. Die Bereiche, die eine geringe interne Kommunikation aufweisen, sind eher in geschlosseneren Bürostrukturen abzubilden.

Neben der prozessabhängigen Kommunikation in den Büroflächen muss das Gebäude auch die Nachfrage nach formellen Besprechungsräumen erfüllen.

Co-Working - Moderne Arbeitswelten

Ziel der Gebäudestruktur sollte es sein, möglichst viel Freiraum für Innovation und Flexibilität in einer inspirierenden Atmosphäre zu schaffen.

Um den zukünftigen Herausforderungen des Marktes gewachsen zu sein, müssen optimale Bedingungen für Kommunikation, Austausch von Wissen und Zusammenarbeit geschaffen werden. Die Architektur muss eine Kultur fördern, die Interaktion und Kommunikation sowie das gemeinsame Lösen von Problemen zulässt und die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern widerspiegelt. Das neue Gebäudeensemble bietet eine inspirierende und attraktive Umgebung, die Innovation, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Wissensaustausch fördert.

Alle Arbeitsplätze schaffen ein multifunktionales Raum- und Arbeitsplatzangebot mit einer Vielzahl von individuellen, gemeinsamen, offenen und geschlossenen Arbeitsbereichen. Diese neuartigen Bürolandschaften erzeugen Räume, die Wissen generieren und Menschen dazu anregen, miteinander in Austausch und Kommunikation zu treten.

Co-Working Café

Das Co-Working Café bietet allen Mitarbeitern die Möglichkeit zum informellen Austausch und zur Entspannung, hat Zugang auf die Terrassen und den Stadtplatz und grenzt an die Bereiche der Konferenzbereiche und der ‚Townhall‘ für die wöchentlichen Start-up Gespräche als Marktplatz.

Mieter und Kunden können hier die Zeit bis zu ihrem Termin überbrücken, potenzielle neue Mitarbeiter auf ihr Vorstellungsgespräch warten. Darüber hinaus bietet das Bistro den Mitarbeitern die Möglichkeit, mitgebrachte Speisen aufzuwärmen und das Raumangebot für die Mittagspause oder aber kurze Spontanpausen zum informellen Dialog zu nutzen. Das Café dient des Weiteren zum gelegentlichen Catering des Kommunikationszentrums.

Innen-Außen-Beziehung

In der heutigen Arbeitswelt mit ihren flexiblen Arbeitszeiten und -rhythmen ist es wünschenswert, wenn man sich während der Arbeitszeit auf der Innenhofterrasse, aber auch auf den optionalen Loggien erholen kann. Alle sind begrünt und haben eine hohe Verweil- und Aufenthaltsqualität.

Mehrwert des Office-Gebäudes

Der Kern des Wissens und der Innovation aller Mieter und damit das größte Kapital sind ihre Mitarbeiter. Das Gebäude muss als Attraktor für High Potentials auf dem Markt funktionieren. Darüber hinaus muss es die Bindung erfahrener Mitarbeiter garantieren. Die Unternehmenskultur und der wertschätzende Umgang mit den Mitarbeitern spielen eine große Rolle bei dieser Entscheidung. Mehrwerte im direkten Arbeitsumfeld bestimmen die Arbeitsplatzwahl nachhaltig.

Nachhaltigkeit

Bei der Erstellung und Planung des neuen Gebäudes legen wir einen hohen Maßstab an die Nachhaltigkeit.

Dies setzt eine optimale Gebäudehülle voraus, die den Energieeinsatz für Gebäude und Anlagen optimiert. Gleichzeitig wird ein optimales Raumklima (Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftwechsel, Luftreinheit und Licht) vorgesehen, das auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden abgestimmt ist.

Das Gebäude ist nachhaltig, wirtschaftlich effizient, umweltfreundlich und ressourcensparend. Das Gebäude ist so geplant, dass es zertifizierungsfähig ist und mindestens eine Zertifizierung nach Green-Building Leed Standard erhalten wird. 

Der Einsatz erneuerbarer Energien ist grundsätzlich vorgesehen.

1. Preis Wettbewerb, Leistungsphasen 1 bis 8, Generalplanung, 2019-2023

BGF 48.000 m2

Auftraggeber: Siemens

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